Montag, 25. Januar 2016

[Alltägliches] Dampf ablassen, calm down, ruhig Braune...









Jetzt muss ich hier doch mal Dampf ablassen. Und nein die braune bleibt jetzt mal nicht aufm Teppich. Sie hat nämlich keinen. Ups, doch, da liegt ja so ein Orangener Flor auf dem floor. Aber das tut jetzt nichts zur Sache.

Okay, zum Punkt.

Ich habe in den vergangenen 1-2 Wochen etwas festgestellt, oder mir ist es zu diesem Zeitpunkt so richtig bewusst geworden, weil rein geschlichen hat es sich schon seit ein paar Wochen.

Meine Mitbewohnerin E. ist desinteressiert gegenüber anderen, wenn sie Fragen stellt klingen sie immer so nach "Ich frag um zu fragen aber nicht, weil es mich ernsthaft interessiert." Sie ist gleichgültig gegenüber sich selbst und anderen. E. wohnt nun seit Anfang Oktober bei mir. Als ich damals das Zimmer wohnungsintern gewechselt habe dauerte es nicht lange, bis ich mit einer vermeindlichen Erkältung flach lag. Schimmel im Zimmer und ich bin k. o. Also, hab ich eine E-Mail nach der anderen an unsere Firma geschrieben, dass da doch bitte so schnell wie möglich etwas geschehen möge, da Schimmel wie bekannt ja nicht gerade gesundheitsfördernt ist, und wenn ich schon mal dabei bin erwähne ich auch die 2 Stellen Schimmel auf unserem, mit Fenstern verschlossenen, Balkon. Als dann Ende November unser neuestes Mitglied einzog. Ein Bekannter und ehemaliger Arbeitskollege aus einem anderen Projekt hat er dann auch direkt wegen des Schimmels auf dem Balkon an die Firma geschrieben. Als O. dann ein kurzes Gespräch mit E. hatte, was äußerst selten vorkommt, hat er erfahren, dass sie Asthma hat, weil sie mal in einer Schimmelwohnung gelebt hatte. Also hat O. angefragt ob E. eine E-Mail an die Firma geschrieben habe. Dies verneinte sie. Als ich sie später darauf angesprochen habe, und ihr auch noch sagte, dass es sinnvoller sei, interessierte es sie nicht wirklich. Mein Einwand, dass es einfach zu gefährlich ist, dass O. oder ich abends nach Hause kommen und sie liegt dann im worst case tod auf dem Boden. Ihre Antwort war ein Schulterzucken, und der Satz "dann lieg ich halt auf dem Boden." Als hätte mich diese Aussage nicht schon verärgert. Schön und gut, dass es ihr egal ist was mit ihr passiert. Aber wie es uns anderen 3 damit geht, DAS sollte sie wenigstens interessieren. Aber nein, wir denken hier am besten alle nur an uns. Denn wie sagt schon ein Sprichwort? "Wenn jeder an sich denkt ist an jeden gedacht." Echt falsche Einstellung. Aber es geht ja noch weiter.

Ich bin die letzte, die kranken ihre Krankheit vorwirft, aber was E. abzieht wird langsam einfach nur noch ärgerlich. Wenn man sich lieber krank schreiben lässt und auf sein Gehalt verzichtet aus Angst man könnte wegen Schnarchens wieder nach Hause geschickt zu werden und somit erneut unentschuldigte Fehltage zu haben. Fehltage bedeuten, ab einer gewissen Anzahl, den Verlust des Zimmers in der WG. Und ja, da kann ich sie dann schon verstehen. Was O. und mich allerdings aufregt ist einfach ihr desinteressiertes, fast schon arrogantes Verhalten. Da ist E. Seit Anfang/Mitte Dezember krank geschrieben, wegen Einschlafen am Arbeitsplatz. Laut ihrer Aussage hat sie Narkolepsie. Das heißt die Menschen mit dieser Krankheit schlafen von jetzt auf gleich ein, zumindest sieht das so für die Außenstehenden aus. Was O. und mich dann aber auf die Palme bringt, und was mich die vergangene Woche zur Weisglut gebracht hat war der Fakt, dass sie trotz Krankheit und chronischem Geldmangel eine Woche Urlaub macht. An die Arbeitskollegen denkt sie auch nicht, total egoistisch eben. Und die Wetten stehen, dass es nicht lange dauert, dass E. O. oder mich wegen Geld anspricht, ob wir ihr was geben können. Aber der Zug ist abgefahren, mit mir nicht. Und mit O. sowieso nicht. Wenn sie lieb bitte bitte macht kann man ihr ja vielleicht ein paar Reste oder Knochen geben. Aber mehr nicht.

Heute kam E. dann aus ihrem Urlaub zurück, hat mich begrüßt und gefragt wie es mir geht in einem Tonfall als wäre nichts gewesen. *Mir schwillt sowas von der Kamm* Also, da geh ich echt durch die Decke, und ich finde ich bin der Überzeugung, ich habe alles Recht dazu!


[Aktion] Autoren erzählen ... ... heute mit Michael Linnemann

Hallo Rea,

zunächst möchte ich dir ganz herzlich dafür danken, dass ich mich und meine Werke hier vorstellen darf – vor dem Hintergrund des (Krimi-)Schreiballtags finde ich es toll, auch einmal eine andere Art von Text schreiben zu können.

Kurz ein paar Angaben zu meiner Person:
Ich heiße Michael Linnemann, bin 29 Jahre alt und wohne in Beckum (NRW). Ich wünschte, ich könnte jetzt von spannenden, außergewöhnlichen Hobbys oder Erlebnissen berichten, aber traurige Tatsache ist, dass ich die ganzen Abenteuer (leider) nur am Schreibtisch auslebe – und während ich das hier schreibe, fällt mir auf, dass ich offenbar irgendwas im Leben falsch mache … ;)

Nein, im Ernst, das Schreiben ist definitiv ein großer, toller Teil meines Lebens, den ich nur ungern gegen etwas anderes eintauschen würde. Wenn ich mich nicht täglich damit befassen könnte, würde mir sehr viel fehlen, da mir das Schreiben sowohl als Ventil als auch als Herausforderung dient.

Meinen ersten ‚Roman’ habe ich mit sieben Jahren geschrieben – er hatte ganze fünf Seiten mit je knapp fünfzig Wörtern ...
Ich muss zugeben, dass ich damals nicht im Traum daran gedacht habe, eines Tages längere Bücher zu schreiben (schon gar keine Kriminalromane). Aber ich merkte schon, dass mich die Sprache im Allgemeinen und das Erzählen von Geschichten sehr reizten. Zwar habe ich dann zwischendurch einige Jahre nichts weiter verfasst, doch als ich im Jahr 2002 an der Wirbelsäule operiert werden musste und sehr viel ‚Freizeit’ im Krankenhaus hatte, kam ich über das Lesen von mehreren Büchern auch wieder zum eigenen Schreiben. Meine Romane waren dann schon etwas länger, aber noch nicht gut genug, um veröffentlicht zu werden. Zu dem Zeitpunkt wuchs allerdings mein Wunsch, mit dem Schreiben mehr zu erreichen.

Während des Germanistik/Geschichts-Studiums zwischen 2006 und 2011 habe ich schließlich meinen ersten richtigen Roman geschrieben. Er enthielt schon die Grundidee für meinen ersten ‚Rache’-Roman, spielte jedoch zunächst noch in Chicago; damals dachte ich, dass ein echter Krimi nur in Amerika spielen könne. Als ich dann feststellte, dass die Geschichte dadurch überhaupt nicht authentisch war, entschloss ich mich dazu, sie nach Göttingen zu verlegen, wo ich studiert habe. Paradoxerweise gibt es inzwischen so viele Opfer in ‚meinem’ Göttingen, dass nun auch wieder das Problem der Authentizität auftaucht – denn zum Glück gibt es im echten Leben nicht jedes Jahr Serienmörder/Geiselnehmer/Bombenbastler etc. in Göttingen …

Um dann etwas Abwechslung in meine Krimis zu bringen, habe ich eine zweite Reihe begonnen. Sie handelt von der BKA-Beamtin Jennifer Dachs, die im Zeugenschutz tätig ist und sehr fragwürdige Methoden anwendet, um die bösen Jungs zu schnappen. Ihre beiden bisherigen Fälle ‚Scheinwelt’ und ‚Scheinangst’ werden in diesem Jahr durch den dritten ‚Schein’-Krimi ergänzt. Besonders reizt mich daran die Herausforderung, die LeserInnen immer mal wieder auf eine falsche Fährte zu schicken, um am Ende einen möglichst großen Überraschungseffekt zu erzielen (vermutlich habe ich zu viele Agatha-Christie-Romane gelesen, sodass ich nun selbst immer eine überraschende Wendung einbauen möchte.)

Nebenbei habe ich auch einige Kurzgeschichten veröffentlicht und kann daher bestätigen, dass es generell einfacher ist, längere Romane zu schreiben. Denn auf wenigen Seiten eine überzeugende Geschichte mit interessanten Charakteren zu erschaffen, ist ziemlich schwierig. Daher wünschte ich mir manchmal auch, dass die Leserschaft nicht nur auf Romane fixiert wäre, sondern öfters zu einer Kurzgeschichte greifen würde. Aus eigener Erfahrung weiß ich zwar, dass man sich für den längeren Text entscheidet, weil man ‚etwas für sein Geld haben will’, aber ich finde, dass es einige (Krimi-)Kurzgeschichten gibt, die durchaus eine bessere Auflösung bieten als manch ein dicker Wälzer.

Am Ende würde ich gerne noch kurz meinen neuesten Roman ‚Rachequal’ vorstellen. Er ist der 13. Fall für die Göttinger Ermittler Nora und Tommy und hat 300 Seiten. Wie die ganze Reihe ist er ausschließlich als ebook erhältlich:

Als Nora Feldt etwas Geld von ihrer Bank abheben möchte, gerät sie mitten in einen Überfall. Die bewaffneten Täter nehmen alle Anwesenden als Geiseln und riegeln die Bank ab. Während Noras Kollegen draußen Stellung beziehen, bekommt die Göttinger Hauptkommissarin drinnen mit, wie eiskalt und zielstrebig die Täter vorgehen.
Allerdings scheinen sie es nicht auf das Geld abgesehen zu haben. Zwar räumen sie einige Automaten leer, jagen die Scheine dann jedoch in die Luft. Ihr wahres Ziel scheint sich erst zu offenbaren, als sie schließlich wieder aus der Bank fliehen – mit Nora als Geisel …

Jeder Rache-Fall ist in sich abgeschlossen, während sich das Privatleben der Ermittler aber stetig weiterentwickelt.

Ich würde mich sehr freuen, wenn ich die eine oder den anderen neue/n Leser/in in meiner ‚Rache’-Welt begrüßen könnte.

Daher möchte ich dir, liebe Rea, auch noch einmal ganz herzlich für diese Möglichkeit danken und wünsche dir und allen LeserInnen ein spannendes Jahr 2016.

Beste Grüße und viel Spaß beim Lesen!
Michael


Autorenvita:
Michael Linnemann wurde 1987 in Ahlen (NRW) geboren. Seit seiner Skoliose-Operation (Wirbelsäulenverkrümmung) im Jahr 2002 beschäftigt er sich regelmäßig mit Kriminalromanen. Vor allem interessiert ihn dabei die Entwicklung vom frühen zum heutigen Krimi. Dieses Interesse brachte ihn zu der Idee, die klassische Tätersuche mit modernen Ermittlungsgeschichten zu verbinden. Daraus entstand die mittlerweile 13teilige ebook-‚Rache’-Reihe rund um die Göttinger Ermittler Nora Feldt und Thomas Korn.
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