Montag, 25. Januar 2016

[Aktion] Autoren erzählen ... ... heute mit Michael Linnemann

Hallo Rea,

zunächst möchte ich dir ganz herzlich dafür danken, dass ich mich und meine Werke hier vorstellen darf – vor dem Hintergrund des (Krimi-)Schreiballtags finde ich es toll, auch einmal eine andere Art von Text schreiben zu können.

Kurz ein paar Angaben zu meiner Person:
Ich heiße Michael Linnemann, bin 29 Jahre alt und wohne in Beckum (NRW). Ich wünschte, ich könnte jetzt von spannenden, außergewöhnlichen Hobbys oder Erlebnissen berichten, aber traurige Tatsache ist, dass ich die ganzen Abenteuer (leider) nur am Schreibtisch auslebe – und während ich das hier schreibe, fällt mir auf, dass ich offenbar irgendwas im Leben falsch mache … ;)

Nein, im Ernst, das Schreiben ist definitiv ein großer, toller Teil meines Lebens, den ich nur ungern gegen etwas anderes eintauschen würde. Wenn ich mich nicht täglich damit befassen könnte, würde mir sehr viel fehlen, da mir das Schreiben sowohl als Ventil als auch als Herausforderung dient.

Meinen ersten ‚Roman’ habe ich mit sieben Jahren geschrieben – er hatte ganze fünf Seiten mit je knapp fünfzig Wörtern ...
Ich muss zugeben, dass ich damals nicht im Traum daran gedacht habe, eines Tages längere Bücher zu schreiben (schon gar keine Kriminalromane). Aber ich merkte schon, dass mich die Sprache im Allgemeinen und das Erzählen von Geschichten sehr reizten. Zwar habe ich dann zwischendurch einige Jahre nichts weiter verfasst, doch als ich im Jahr 2002 an der Wirbelsäule operiert werden musste und sehr viel ‚Freizeit’ im Krankenhaus hatte, kam ich über das Lesen von mehreren Büchern auch wieder zum eigenen Schreiben. Meine Romane waren dann schon etwas länger, aber noch nicht gut genug, um veröffentlicht zu werden. Zu dem Zeitpunkt wuchs allerdings mein Wunsch, mit dem Schreiben mehr zu erreichen.

Während des Germanistik/Geschichts-Studiums zwischen 2006 und 2011 habe ich schließlich meinen ersten richtigen Roman geschrieben. Er enthielt schon die Grundidee für meinen ersten ‚Rache’-Roman, spielte jedoch zunächst noch in Chicago; damals dachte ich, dass ein echter Krimi nur in Amerika spielen könne. Als ich dann feststellte, dass die Geschichte dadurch überhaupt nicht authentisch war, entschloss ich mich dazu, sie nach Göttingen zu verlegen, wo ich studiert habe. Paradoxerweise gibt es inzwischen so viele Opfer in ‚meinem’ Göttingen, dass nun auch wieder das Problem der Authentizität auftaucht – denn zum Glück gibt es im echten Leben nicht jedes Jahr Serienmörder/Geiselnehmer/Bombenbastler etc. in Göttingen …

Um dann etwas Abwechslung in meine Krimis zu bringen, habe ich eine zweite Reihe begonnen. Sie handelt von der BKA-Beamtin Jennifer Dachs, die im Zeugenschutz tätig ist und sehr fragwürdige Methoden anwendet, um die bösen Jungs zu schnappen. Ihre beiden bisherigen Fälle ‚Scheinwelt’ und ‚Scheinangst’ werden in diesem Jahr durch den dritten ‚Schein’-Krimi ergänzt. Besonders reizt mich daran die Herausforderung, die LeserInnen immer mal wieder auf eine falsche Fährte zu schicken, um am Ende einen möglichst großen Überraschungseffekt zu erzielen (vermutlich habe ich zu viele Agatha-Christie-Romane gelesen, sodass ich nun selbst immer eine überraschende Wendung einbauen möchte.)

Nebenbei habe ich auch einige Kurzgeschichten veröffentlicht und kann daher bestätigen, dass es generell einfacher ist, längere Romane zu schreiben. Denn auf wenigen Seiten eine überzeugende Geschichte mit interessanten Charakteren zu erschaffen, ist ziemlich schwierig. Daher wünschte ich mir manchmal auch, dass die Leserschaft nicht nur auf Romane fixiert wäre, sondern öfters zu einer Kurzgeschichte greifen würde. Aus eigener Erfahrung weiß ich zwar, dass man sich für den längeren Text entscheidet, weil man ‚etwas für sein Geld haben will’, aber ich finde, dass es einige (Krimi-)Kurzgeschichten gibt, die durchaus eine bessere Auflösung bieten als manch ein dicker Wälzer.

Am Ende würde ich gerne noch kurz meinen neuesten Roman ‚Rachequal’ vorstellen. Er ist der 13. Fall für die Göttinger Ermittler Nora und Tommy und hat 300 Seiten. Wie die ganze Reihe ist er ausschließlich als ebook erhältlich:

Als Nora Feldt etwas Geld von ihrer Bank abheben möchte, gerät sie mitten in einen Überfall. Die bewaffneten Täter nehmen alle Anwesenden als Geiseln und riegeln die Bank ab. Während Noras Kollegen draußen Stellung beziehen, bekommt die Göttinger Hauptkommissarin drinnen mit, wie eiskalt und zielstrebig die Täter vorgehen.
Allerdings scheinen sie es nicht auf das Geld abgesehen zu haben. Zwar räumen sie einige Automaten leer, jagen die Scheine dann jedoch in die Luft. Ihr wahres Ziel scheint sich erst zu offenbaren, als sie schließlich wieder aus der Bank fliehen – mit Nora als Geisel …

Jeder Rache-Fall ist in sich abgeschlossen, während sich das Privatleben der Ermittler aber stetig weiterentwickelt.

Ich würde mich sehr freuen, wenn ich die eine oder den anderen neue/n Leser/in in meiner ‚Rache’-Welt begrüßen könnte.

Daher möchte ich dir, liebe Rea, auch noch einmal ganz herzlich für diese Möglichkeit danken und wünsche dir und allen LeserInnen ein spannendes Jahr 2016.

Beste Grüße und viel Spaß beim Lesen!
Michael


Autorenvita:
Michael Linnemann wurde 1987 in Ahlen (NRW) geboren. Seit seiner Skoliose-Operation (Wirbelsäulenverkrümmung) im Jahr 2002 beschäftigt er sich regelmäßig mit Kriminalromanen. Vor allem interessiert ihn dabei die Entwicklung vom frühen zum heutigen Krimi. Dieses Interesse brachte ihn zu der Idee, die klassische Tätersuche mit modernen Ermittlungsgeschichten zu verbinden. Daraus entstand die mittlerweile 13teilige ebook-‚Rache’-Reihe rund um die Göttinger Ermittler Nora Feldt und Thomas Korn.

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