Montag, 29. Juni 2015

[Aktion] Protagonisten erzählen #5 Heute mit Pamela


Endlich ist es mal wieder so weit, ich habe mal wieder eine Protagonistin erwischt und zu mir auf den Blog einladen können...


Hallo,
mein Name ist Pamela, aber alle nennen mich Pam.    
Eigentlich wollte ich mit meinem Mann Alex einen ganz gemütlichen Urlaub an der türkischen Riviera verbringen, aber da hat uns das Schicksal einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Doch von vorn!   
   Alex und ich waren schon ein paar Tage im Hotel Oceanbay in Side und verbrachten eine traumhafte Zeit miteinander. An einem späten Vormittag, wir lagen am Pool und ließen uns die Sonne auf die Haut scheinen, kam einer der jungen Animateure und fragte, ob wir Lust hätten, am Abend an einer Party auf einem der Piratenschiffe teilzunehmen. Alex redete schon eine ganze Weile darüber, eine solche Fahrt mitzumachen, und sagte sofort begeistert zu. Für mich war die Schaukelei eigentlich nichts, denn ich wurde leicht seekrank. Aber Alex zuliebe erklärte ich mich dazu bereit, mitzukommen.               
   Wir kamen also gegen 20 Uhr zum Hafen und fanden auch schnell das richtige Schiff. Was dann genau geschah, kann ich nicht mehr sagen, denn ich erinnere mich einfach nicht daran. Ich wachte irgendwann an einem schroffen Strandabschnitt auf und war völlig benommen. Ich war allein und dachte, Alex sei schon zum Hotel zurückgekehrt. Dass er niemals ohne mich gehen würde, kam mir damals nicht in den Sinn. Auch meine Kleidung war ver­schwunden, lediglich meine Badetasche stand neben mir. Ich holte meinen Pareo heraus, und nachdem ich den Knoten des Tuches im Nacken festgezogen hatte, machte ich mich auf den Weg zum Hotel. Ich war verwirrt und wunderte mich, wie ich an diesen Strand gekommen war. Ich fühlte mich wie nach einer durchzechten Nacht und hatte einen pochenden Schmerz in den Schläfen. Meine Erinnerung war wie ausgelöscht und nur ganz schemenhaft erkannte ich vor meinem inneren Auge das Piratenschiff.              
   Schwankend stieg ich die steinigen Treppen, die in die Felswand gehauen waren, hinauf. Ich war irritiert, habe das aber nicht bewusst wahrgenommen. Oben angekommen, befand ich mich auf einer einsamen, sandigen Straße und schaute mich hilflos um. Wie ferngesteuert setzte ich mich in Bewegung und nahm gar nicht zur Kenntnis, dass hier weit und breit kein Hotel zu sehen war.
   Ich erreichte einen weiteren hohen Felsen und stieg die mit Sand bedeckten Treppen hinauf. Vorsichtig einen Fuß vor den anderen setzend, denn der Sand auf den Stufen machte die ausgetretenen Steine sehr rutschig.       
    Ich fühlte mich schwach. Ich hatte Mühe ohne Unterbrechung weiterzugehen und musste immer wieder verschnaufen. Als ich auf eine Gruppe anderer deutscher Frauen traf, die ebenfalls eine Pause machten, reichten wir uns einfach die Hände und nannten unsere Vornamen. Dann gingen wir ganz selbstverständlich gemeinsam weiter. Niemand redete, keine schien sich zu wundern. Alles, was wir voneinander wussten war, dass wir gemeinsam zum Hotel Oceanbay wollten. Wir stiegen gedankenverloren die Stufen immer weiter nach oben und kamen schließlich an ein Haus, das in die Felsen hinein­gebaut war
.    
   Eine Frau mittleren Alters trat aus der Tür, begrüßte uns freundlich und bot uns etwas zu trinken an.        
Ich spürte in dem Moment genau, dass etwas nicht stimmte, denn es wirkte, als hätte sie auf uns gewartet. Doch meine Kopfschmerzen brachten mich von diesen Gedanken wieder ab und dann wurde mir schwarz vor Augen …              
   Wenn ich in dem Moment schon gewusst hätte, was es mit dieser Frau auf sich hatte und in welche unfassbare Sache ich verwickelt war, wäre ich sicher laut schreiend davon­gelaufen. Aber so nahmen die Dinge ihren Lauf …

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