Montag, 27. April 2015

[Aktion] Protagonisten erzählen#4 heute mit Mizuumi

„Meine Herzchen! Meine lieben Prinzessinnen! Ich bin’s, euer Mizuumi und ich darf heute ein wenig mit euch plaudern. Wie ausgesprochen …“
Copyright by Bettina Bellmont

Plötzlich: Unterdrücktes Aufkeuchen, Rappeln und Poltern, das laute Surren eines Seils. Räuspern.
„Das hast du davon, Algenkopf. Du hast dich schon genug aufgespielt. Jetzt bin ich wieder mal an der Reihe!“

Autorin flüstert verzweifelt aus dem Hintergrund: „Shiro! Was tust du da? Mizuumi sollte doch für Reasworld von sich und seinem Shortbook erzählen!“

„Nicht jetzt. Das Gesülze will sich doch niemand anhören.“

Autorin seufzt: „Die Leute wollen aber vielleicht was lesen dazu!“

„Dann mach ich das. So gut wie diese elende Schildkröte kann ich das schon lange. Also … wo … wo soll ich denn anfangen? Ähm … Gut. 

Man nennt mich Shiro, was im Japanischen für die Farbe Weiss steht. Abgesehen von meinem Namen hab‘ ich nicht mehr viel, was mich an die Zeit vor jenem Moment erinnert. Ich bin ein Ôkami, ein Wolfsgeist, und lebte in den Nordbergen mit anderen Wölfen in einem Rudel, ehe dieses kleine Menschenmädchen mit den schneeweissen Haaren durch den Sturm zu uns kam. Ich kann mich nur noch an seinen Blick erinnern. Diese goldenen, allwissenden Augen fixierten mich und sahen direkt in meine Seele. Danach folgte nur Vergessen. Ich weiss nicht mehr, was ich tat. Da war nur dieses Gefühl, das Mädchen um jeden Preis beschützen zu müssen. Asa erzählte mir später, dass ich die anderen Wölfe getötet hatte. Zumindest lagen sie da tot im Schnee. Meine Brüder. Ich bin mir heute noch nicht sicher, ob es der Wille der Goldaugigen war oder doch … ich selbst. 

Als ich erwachte, lag ich in einer warmen Hütte neben einer Feuerstelle. Das weisshaarige Kind hockte teilnahmslos neben mir und von draussen vernahm ich die Stimmen und das Schreien mehrerer Menschen. Ich konnte den Geruch gleich zuordnen. Er haftete noch an meiner Kleidung und der Decke, mit der sie mich zugedeckt hatte. Den Geruch dieser Frau, die mich und das kleine Mädchen aus dem Schneesturm gerettet haben musste. Und sie schien in Gefahr, schrie die Götter um Hilfe an. Ohne zu zögern, verwandelte ich mich in meine Geistform und vertrieb die Angreifer vor der Hütte, die Asa und ihren Bruder Yoru niedergerungen hatten. Der Mann misstraute mir. Schwer verwundet wie er war, sah Yoru auch in mir eine Bedrohung. Doch ich schwor seiner Schwester Asa meine ewige Treue zum Dank für meine Rettung. Ich war nun ganz der Ihrige. Denn wer einem Ôkami das Leben rettet, wie sie es getan hat, gewinnt ihn zum treuen Diener und Beschützer. Und den hatte Asa damals bitter nötig. Als letzte Frau der Tsukiyama, einer der Shichika, der sieben mächtigsten Familien des Reiches, machten gelbe Krieger Jagd auf sie und ihren Bruder, der das Familiensiegel bewahrte. Das Tsukiyama-Siegel verschloss zusammen mit den sechs anderen das Tor zu Yomi, der Unterwelt, in der der Gott Susanoo eingekerkert wurde. Und jemand setzte alle Hebel in Bewegung, um den Gott von seinen Fesseln zu lösen. 

Copyright by Andrea Bellmont
Ich wollte Asa beschützen. Scheiterte. Mehrmals. Selbst al sich Asa endlich in ihrer Gefangenschaft aufspürte, konnte ich nicht viel für sie tun. Wenigstens war ich in der einen Nacht bei ihr, als dieser ekelhafte Nichichû ihr zu nahe kommen wollte! Doch kurz darauf bannte mich Asa mit ihrem Befehl von ihrer Seite, als ich ihr in ihrer Trauer beistehen wollte. Statt auf mich zu vertrauen, befreite sie diesen anbiedernden Seegeist aus seinem Teich. Jetzt musste ich mich auch noch mit Mizuumi rumschlagen!“

Protestierendes Gewimmer aus dem Hintergrund.

„Was? Von wegen! Ich bin Asas Beschützer. Und werde es auch bleiben. Selbst jetzt, nachdem ich in dem ganzen Trubel den Pakt mit dem Mondgott eingegangen bin und Asa loslassen musste. Aber das ist eine andere Geschichte, von der ich selbst noch nicht weiss, welche Grausamkeiten die Dame mit der Schreibfeder für uns bereithält. Vielleicht lässt sie Algenkopf ja endgültig verschwinden … ich war ja schon … aber jetzt ist …“

Autorin: „Shiro! Nichts verraten!“

„Pah! Dieser Möchtegern-Frauenheld bekommt jetzt sein eigenes Shortbook und ich soll schweigend abwarten, bis Asas und meine Geschichte endlich weitergeht? Ich erzähl euch jetzt mal was, im nächsten Band werde ich …“

„Shiro! Schweig! Das ist genug!“

„Hee… Herrin! Asa! Ich … bin ja schon ruhig.“

„Gut. Das hoffe ich. Und binde endlich den armen Mizuumi los. Das war nicht gerade nett, Shiro … 

(Asa wendet sich zu Euch um) 
 Liebe Leserinnen und Leser von Reasworld Blog, ich möchte mich an dieser Stelle für Shiros grobes Verhalten entschuldigen, und hoffe, dass Euch sein Beitrag dennoch gefallen hat. Auch im Namen meines Bruders und den anderen bedanke ich mich für Euer Interesse. Vielleicht mögt Ihr ja noch etwas längere Zeit mit uns verbringen. Die Dame Autorin kann Euch da sicherlich sagen, wie Ihr zu uns finden könnt. Sore de, sayonara minna-san!“
Autorin ist zufrieden: „Danke Asa! Du hast mich gerettet!“
Mehr Informationen zur ganzen Asa Monogatari-Reihe, von der bisher der erste Band „Das Schweigen des Schnees“ erschienen ist und im Herbst das Shortbook „Kame Nikki – Tagebuch einer Schildkröte“ mit Mizuumis Vorgeschichte folgt, findet Ihr auf der Seite www.bettina-bellmont.ch oder auf Facebook auf meiner Autorenseite. Wer gerne aktuell über Gewinnspiele, Veröffentlichungen, Leserunden und Blogtouren informiert werden möchte, dem lege ich meinen Newsletter ans Herz. Einfach auf meiner Homepage unter Kontakte abonnieren.
Wer nur mal reinlesen möchte, kann sich auch die kostenlose XXL-Leseprobe von Das Schweigen des Schnees auf Thalia.de gönnen.
Das Shortbook lässt sich übrigens bereits jetzt auf der Verlagsseite vorbestellen. Den Link dazu sowie die Möglichkeit, tolle Exklusiv-Goodies zum Veröffentlichungstermin zu ergattern, findet Ihr auf meiner Homepage oder in der FB-Veranstaltung: „Vorbestellaktion Shortbook: Kame Nikki – Tagebuch einer Schildkröte“.
Ansonsten ist meine Rasselbande immer zum Plaudern aufgelegt. Also immer nur her mit Euren Wünschen und Fragen. So, und zum Schluss auch von mir ein herzliches Danke an Euch und vor allem an Andrea für die schöne Aktion!! Sayonara minna-san!

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