Montag, 16. März 2015

[Aktion] Protagonisten erzählen #3 heute mit Marit



Hallo zusammen!

Ich bin Marit, die Protagonistin aus dem Roman „Verlieb dich mal wieder … oder: Sex ist auch eine Lösung!“ von Monika Baitsch, und ich freue mich, mich Euch heute vorstellen zu dürfen.

Ich bin eine völlig normale Frau Anfang 40 und habe in den letzten Monaten eine Achterbahn der Gefühle erlebt. Vermutlich geht es vielen Frauen in meinem Alter auch so, dass sie sich im Alltagsbrei einfach selbst verlieren und es nicht bemerken. Wohlstandswettrennen, Vorstadt-Society-Kämpfe und Muttertier-Machtgerangel bestimmen das Leben und man selbst läuft irgendwann nur noch mit heruntergezogenen Mundwinkeln herum und wundert sich, dass niemand mehr einen attraktiv findet – noch nicht einmal der eigene Mann! Doch von vorne.

Mein Mann Tom und ich hatten uns immer mehr verzettelt. Irgendwann liefen unsere Gespräche immer auf einen Streit hinaus und eine normale Kommunikation war überhaupt nicht mehr denkbar. Unsere Kinder Emely und Lukas sind in allem was sie tun sehr engagiert und es gewohnt, dass sie – zumindest meistens – das bekommen, was sie sich wünschen und dennoch überwiegend unzufrieden. Mein Mann Tom ist Unternehmensberater und seine Termine sind sehr unregelmäßig und natürlich vorrangig, denn er verdiente schließlich das Geld. Ich – früher selbst beruflich relativ erfolgreich – passte mich den Gegebenheiten an und vergas mich darüber hinaus selbst. Soweit – so gut! Hat sich schon jemand wiedererkannt?
Dummerweise kämpfte Tom in unseren Streitgesprächen gerne unter der Gürtellinie, wenn er nicht mehr weiter wusste, und drohte mir ständig damit, dass er sowieso bald ausziehen würde. Ich selbst erwischte mich aber auch ständig beim Nörgeln und er konnte es einfach nicht mehr hören. Ich übrigens auch nicht. Wir befanden uns in einem Teufelskreis und keiner schaffte es, ihn zu durchbrechen. Ich versuchte, irgendwie allem gerecht zu werden und den Anforderungen zu entsprechen. Doch: Welchen Anforderungen eigentlich? Verzweiflung auf beiden Seiten.

Dem Gefühl nahe, sowieso nichts mehr verlieren zu können, schlug ich Tom einen Deal vor. „Verlieb dich mal wieder“! Ich hatte den irrsinnigen Gedanken, dass eine Verliebtheit – mit einer anderen Person wohlbemerkt – die Schmetterlinge in unsere Beziehung zurückbringen könnte. Nur verlieben, nicht mehr! Ich sage ja: Verzweiflung pur! Tom stimmte dem Vorschlag ein wenig zu schnell zu und mir fiel es wie Schuppen von den Augen, dass er bereits jemand zu haben schien. Zu spät! Ich konnte nicht mehr zurück!

Rotweintrinkend und Kinder-ins-Bett-bringend verbrachte ich die nächsten Abende alleine zu Hause. Seine „Außentermine“ und „Meetings“ brachten mich fast um den Verstand. Wie konnte ich auch nur auf so eine bekloppte Idee kommen? Ich beschloss, etwas zu tun. Ich packte mein kleines Köfferchen und nahm mir vor, einfach mal ein paar Tage unterzutauchen. Gesagt – getan! Als ich mich dann schließlich auf dem Parkplatz des Supermarktes meines Vertrauens – wo sollte ich auch hin – wiederfand, ging ich hinein, kaufte wie ferngesteuert ein und fuhr wieder nach Hause, um die Frikadellen fürs Abendessen zuzubereiten. Die Gedanken in meinem Kopf? Ich bin sogar zu bescheuert einmal ein paar Tage zu verschwinden! Unfähig! Unattraktiv! Unselbstständig!

Doch dann brachte der nächste Morgen das Fass endgültig zum Überlaufen. Chaos, wohin das Auge schaute. Keinen schien es zu interessieren. Als alle aus dem Haus waren, ließ ich mich erschöpft am Küchentisch nieder. Der Gedanke einfach mal ein paar Tage zu verschwinden, drängt sich wieder in den Vordergrund. Das Köfferchen befand sich noch von gestern im Kofferraum meines Autos. Ich hatte nicht den Mut gehabt es wieder mit ins Haus zu nehmen und wollte eventuellen Fragen damit entgehen. Ich ging ins Bad und machte mich fertig, nahm meine Jacke und meine Tasche vom Haken der Garderobe und setzte mich hinters Steuer. An der Autobahnauffahrt überließ ich einfach meinem Vordermann die Fahrtrichtung und fuhr ihm hinterher. Erst als die Tankanzeige Richtung Reserve zeigte, fuhr ich von der Autobahn ab und fand mich schließlich in einem echt feinen Hotel im Schwarzwald wieder. Endlich konnte ich durchschnaufen! Wann fühlte ich mich das letzte Mal so frei?

Nach einem kleinen Mittagsschlaf und einem erklärenden Anruf bei Lukas und Emely, beschloss ich einen Spaziergang zu machen. Herrlich! Ich legte mich ins frische Gras und genoss den Duft der Wildkräuter, als ich plötzlich den Hufschlag eines Pferdes hörte. Ross und Reiter nähern sich und ich erkannte einen überaus attraktiven Mann auf seinem edlen Pferd. Wir kamen ins Gespräch – ein sehr nettes Gespräch und Henning Himmelsbach, wie sich der Gestütsbesitzer aus der Nachbarschaft vorstellte, lud mich für den nächsten Tag zu einem Ausritt ein. Von der ersten Sekunde war mir bewusst, dass mir dieser Mann überaus gefährlich werden könnte!

Tom informierte ich nur mit einer SMS, dass ich für ein paar Tage Zeit zum Nachdenken bräuchte und ihm erst verraten würde, wo ich war, wenn ich mir sicher wäre, wie es für mich weitergehen sollte. Auf seine wütenden Nachrichten und Anrufversuche reagierte ich zunächst gar nicht.

Wie gesagt, ich wusste, dass Henning für mich ein Spiel mit dem Feuer sein würde und es war ein verdammt schönes Spiel! Auch Viktor, den ich im Wellnessbereich des Hotels traf, sorgte für prickelnde Abwechslung in meinem Hausfrauenleben. Doch dann stand eines Morgens, während des Frühstücks mit Henning im Hotel, plötzlich Tom im Frühstücksraum …

Heute kann ich sagen, dass ich mein Leben wieder im Griff habe. Zugegeben, es war eine sehr unkonventionelle Art mit meinen Eheproblemen umzugehen, aber manchmal muss man eben auch ein bisschen verrückt sein!

Herzliche Grüße
Eure Marit

P.S. Auf meinem Weg zur Selbst(wieder)findung, habe ich noch die eine oder andere Frau getroffen, der es ebenso erging, wie mir. Keine traute sich, Schwäche zu zeigen. Doch als ich den Mut hatte wieder ich selbst zu sein, kamen auch sie plötzlich aus ihren Löchern und ich kann Euch sagen: Nichts ist so, wie es scheint!

Informationen zu dem Buch „Verlieb dich mal wieder … oder: Sex ist auch eine Lösung!“ findet Ihr unter http://www.monika-baitsch.de/das-buch-verlieb-dich-mal-wieder-oder-sex-ist-auch-eine-l%C3%B6sung/

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