Freitag, 20. Februar 2015

[Rezension] Injektion von Melisa Schwermer

Genre: Horror-Thriller
Reihe: 1. Teil von 2
Autor: Melisa Schwermer
Erscheinungsjahr: 2014
Sprache: deutsch
Verlag: selfpublishing
ISBN: 9781496038449
Preis: 8,90 EUR* D
Seiten: 274 Print





Über die Autorin:

Melisa Schwermer wurde 1983 in Offenbach am Main geboren und lebt bis heute im Rhein-Main-Gebiet. 
Bereits als Kind verschenkte sie in der Verwandtschaft lieber selbst geschriebene Geschichten anstelle von Selbstgebasteltem. Nach dem Absolvieren einer Lehre als Industriekauffrau beschloss sie, dass das Leben mehr für sie bereithalten müsste und holte ihr Abitur auf dem Abendgymnasium nach. Danach widmete sie sich ihrer Leidenschaft und begann ein Germanistik-Studium mit Philosophie als Zweitfach, eine Promotion im Bereich der Literaturwissenschaft folgt in den nächsten Jahren. Zur Zeit arbeitet sie an einer Berufsschule sowie als Lehrbeauftrage an der Universität.
Neben dem Studium schreibt sie leidenschaftlich gerne Horror-Geschichten, ihr Thriller "Injektion" schaffte es 2014 in die Top 20 der Amazon Charts. Pünktlich zu Halloween 2014 erschien der zweite Teil "Die Rache", auch eine Gesamtausgabe der beiden Werke ist erhältlich.
Neben dem Schreiben und Lesen füllen ihre zwei schwarzen Katzen. Norwegische Waldkatzenmix aus Spanien ihr Leben aus. Zudem ist sie engagiert im Tierschutz und liebt Musik, die vor allem Gitarren und aussagekräftige Texte beinhalten sollte. Der Besuch von Konzerten und Festivals gehört deshalb zu einem gelungenen Jahr für sie dazu.



Meine Meinung:
Weil Jörg arbeitsbedingt verhindert ist fährt Anige alleine in die einsame Berghütte, wo sich die beiden ein gemütlich-romantisches Wochenende machen wollten. Wenig begeistert schleppt Angie ihre Tasche also vom Taxi zur Hütte, heilfroh, dass der unsympathische Vermieter im Auto bleibt.
Toll, Hütte kalt, kein warm Wasser, fantastisch denkt sie sich, und stellt fest, dass die Hütte mit einem Kamin ausgestattet ist, in dem auch schon einige Holzscheite darauf warten entzündet zu werden. Unheimlich kommt ihr die Wohnung vor. Wenn man alleine an einem fremden Ort ist, können die Geräusche, die man vernimmt einem Angst machen. Und so beginnt Angie mit sich selbst zu reden. Sich Mut zuzusprechen, dass ja niemand da sein könne. Auch wenn die Bohlen im Flur anderes vermuten lassen. Irgendwann beschließt sie es sich mit ihrem Lieblingshorror-Autoren im Bett bequem zu machen. Merkwürdige Geräusche, von Außen lassen sie aufhorchen. Es dauert lange, bis Angie registriert, dass die Weckfunktion ihres Handies sich halb tot rappelt...Trotz, oder gerade wegen der Dunkelheit fühlt sie sich unwohl. Es beschleicht sie das Gefühl die Nacht nicht alleine verbracht zu haben. Warum ist das Licht aus, und warum liegt das Buch sauber aufgeräumt neben dem Bett? Schwerfällig begibt sie sich ins Bad, den Boiler aufdrehen, damit das Wasser für die Dusche schön warm ist. Immerhin will sie sich ja für Jörg raus putzen. Um die Wartezeit sinnvoll zu nutzen begibt sich Angie in die Küche und beginnt zu frühstücken. Irgendwas stimmt aber mit dem Brot nicht. Je mehr sie kaut, und versucht zu schlucken um so größer wird dieser Brotbrei in ihrem Mund. Auch das Nachspülen mit Milch ist vergebene Liebesmüh. Aufflackernde Scheinwerfer ziehen ihre Aufmerksamkeit an. In der Hoffnung, dass es der unsympathische Vermieter ist, der ihr helfen, und sie ins Krankenhaus bringen kann rennt sie hinaus und versucht, unnötigerweise, auf sich aufmerksam zu machen. Panik steigt in ihr auf, als der Wagen immer näher kommt und keine Anstalten macht abzubremsen. Der Fahrer kommt erst im letzten Moment zum stehen, als er sie schon angefahren hatte. Eine halbe Ewigkeit vergeht für Anige, bis der Fahrer sich dazu bereit erklärt auszusteigen, und ihr zu helfen. Nur mit Mühe rappelt sie sich auf, und schafft es gerade so sich auf den Händen abzustützen, als der Unbekannte ihr unter bösem Gelächter die Arme wegtritt, und sie unsanft mit dem Kopf aufkommt. Als sie etwas später im Krankenhaus wieder zu sich kommt muss sie zwar feststellen, dass der Brei verschwunden ist, dass sie aber weder reden noch einen Muskel bewegen kann. Was ist mit ihr passiert. Fragen tauchen vor ihr auf, aber keine Antworten. Hatte der Unbekannte sie dann doch noch ins Krankenhaus gebracht, nachdem er sie unter Lachen erst angefahren, und dann getreten hatte. Wenn Angie glaubt, dass sie nun das Schlimmste überstanden hat, dann wird sie in den nächsten Tagen eines besseren belehrt... Auch Jörg kommt immer seltener zu Besuch, und verhält sich immer merkwürdiger.






Schreibstil und Charaktere:


Melisas Schreibstil ist erfrischend anders. Eigentlich kann ich es für mich nur so nennen. Seit Stephen King und Herbert James bin ich auf der Suche nach dem wirklich guten Horror. Injektion ist aus Angies Sicht und somit in der Ich-Perspektive. Angies Gefühle und Empfindungen spiegeln sich sehr gut wider. Die Stimmung, welche Melisa aufbaut lässt einen auch im molligwarmen Zimmer unter der kuschleligen Decke am eigenen Leib spüren, ebenfalls die kalte Neonlicht gedämpfte Atmosphäre im einsamen Krankenhauszimmer. Angie war mir von Anfang an Sympathisch und wurde mir sehr schnell eine Freundin. Auf deren Wiedersehen ich mich sehr freue. Nach einer kurzen Verschnaufspause.




 Fazit und Empfehlung:


Gänsehaut pur aus der Feder einer Frau, die man so nicht erwarten würde. Hier ist wirklich nichts zu viel. Ich hatte mir das Buch letztes Jahr beim großen A gekauft, um die Möglichkeitzu erhalten Rezensionen auf dieser Plattform zu veröffentlichen. Und da eine Freundin vorher das Buch schon hatte und sich positiv darüber geäußert hatte, warum nicht einfach mal testen. Nun fast 1 Jahr später habe ich erfahren, dass es einen 2. Band gibt. Was liegt da also näher, als sich diesen ebenfalls zu holen, und dann beide zeitnah zu lesen? Ich bin begeistert von Melisas Art zu erzählen, wie sie es schafft, die eigene Vorstellung zu erwecken, brutale Szenen aufzuzeigen ohne ins Vulgäre abzurutschen.. Jeder der auf guten Horror steht ist mit Melisa Schwermer sehr gut bedient. Sie hat es in keinster Weise nötig, sich hinter bekannten Größen wie King oder James zu verstecken.




Bewertung:

Für jede Kategorie gibt es 5 Punkte


Form: Cover, Innengestaltung, Lesbarkeit: 5 Punkte
Thema: Ist es Mainstream, oder "Neuland"? Individuell gestaltet? Abheben von der Masse?: 4 Punkte
Story: Spannungsbögen vorhanden? Klischee? Interessante Wendungen? ..4 Punkte
Charaktere: Stereotyp? Wie verhalten sie sich? Verändern sie sich? 5 Punkte
Sonderpunkte: 1 Punkt pro Kategorie, wenn etwas besonders gut ausgearbeitet wurde: 0 Punkte
= 18 Punkte




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