Samstag, 10. Januar 2015

[Rezension] Eigentlich erhängt - Claas Triebel

Genre: Kriminalroman
Reihe: Einzelband
Autor: Claas Triebel
Erscheinungsjahr: 2014
Sprache: deutsch
Verlag: Langen Müller
ISBN: 978-3-7844-3361-5
Preis: 15,00 EUR* D / 15,50 EUR* A / 23,50 CHF*
Seiten: 256 Seiten



Vielen Dank an den LangenMüller Verlag auch für dieses Buch


Über den Autoren:

Claas Triebel, Jahrgang 1974, ist Autor und promovierter Psychologe. Er arbeitet als wissenschaftlicher Berater, ist Lehrbeauftragter an mehreren Hochschulen, hat bereits Artikel für DIE ZEIT, Hohe Luft, Focus und Cicero geschrieben und zahlreiche Bücher veröffentlicht. Er wohnt mit seiner Familie in der Nähe von München.







Meine Meinung:

Einmal im Monat hat Walter Eigen seine Söhne übers Wochenende bei sich. Und eigentlich will er dann immer eine schöne Zeit mit ihnen verbringen, so tun als wäre alles noch wie früher. Doch als Immobilienmakler muss Eigen auch am Wochenende arbeiten. Weshalb seine Mutter kurzerhand die Buben zu sich nimmt. Auf dem jährlichen Münchner-Stadtteil-Fest (Würmtal) wird Eigen von der Freundin eines Bekannten angesprochen, ob er nicht die Villa des Onkels ihres Freundes verkaufen könnte. So geht Eigen, der ja eigentlich nur ein gemütliches Wochenende mit den Kindern verbringen will, am nächsten Tag zu Heinrich Schedl, dem Onkel seines Kumpels Benny. Doch Schedl hängt verkehrt herum vom Deckenbalken, tot. Eigen steht nun vor einem Problem, was macht er? Um dieses Problem zu lösen geht er erst mal zu seiner Mama, spricht mit ihr. Geht darauf hin wieder zurück in die Villa vom alten Schedl und ruft dann anonym die Polizei an. Darauf hin läuft das Wochenende eigentlich, ganz normal, er geht mit seinen Buben zum Bolzen, schaut sich das Spiel im örtlichen Vereinsheim an, Grillt mit den Jungs, sitzt gemütlich mit ihnen im Biergarten. Also eigentlich alles ganz normal, wenn da nicht die Leiche wäre. Und wenn er nicht von er Polizei verhört worden wäre.


Schreibstil und Charaktere:

Claas Triebel schaffte es bei mir nur bedingt mit seiner Schreibweise mich bei der Stange zu halten. Einerseits war es einfach nur flach, andererseits möchte man aber doch wissen wie es weiter geht. Un dann immer dieses doppelte Erzählen. Einerseits bekommt man die Geschichte aus Sicht der Mama erzählt. In einer Form wie es die alten Münchner Tratschtanten einfach gern machen "Hast du das vom X gehört?" Und dann immer mit dieser Information, dass der Eigen seiner Mama ja gar nicht alles erzählt hat. Also gibt es den selben Abschnitt noch mal etwas umgestellt und mit 2 Sätzen mehr aus Erzählersicht. Die Mutter stell ich mir wirklich so vor, wie damals die alte bei der Lindenstraße, die immer nur ausm Fenster schaut und dann ihr durch Neugierde erlangtes Wissen an andere weiter trägt. Eigen, der seinem Namen in der Weise alle Ehre trägt, dass er immer alles eigentlich machen will wird zwar gut beschrieben, aber in ihn hineinversetzten, eine konktrete Vorstellung konnte ich mich/mir hier nicht.Auch die anderen beiteiligten Charaktere erreichten mich nicht so wie sie es sollten. Vielleicht hätte man dieses Wochenende um die Hälfte der Seitenanzahl kürzen können, wenn man sich für eine Sichtweise entschieden hätte


Fazit und Empfehlungen:

Ein Kriminalroman, der meiner Meinung nach den Namen nicht verdient. Vielleicht bin ich aber auch als Agatha Christie Anhängerin etwas verwöhnt was Krimis betrifft. Hier liegt das Augenmerk eher darauf, was der Eigen so alles erlebt und was er eigentlich machen will und der Tote Schedl wird nur am Rande irgendwie erwähnt. Für mich viel zu sehr am Rande, oder wie es beim Fußball heißen würde im Abseits? Wer also eine Alltagsgeschichte aus dem Speckmantel Münchens lesen will und weniger auf Spannung und kriminalistisches Handeln wert legt, könnte hier auf seine Kosten kommen, wer eher auf einen Krimi aus ist sollte dieses Buch lieber liegen lassen.


Bewertung:


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