Sonntag, 8. Juni 2014

[Aktion] Autoren erzählen... ... Emma S. Rose


Kurz zu Emma S. Rose

Emma wurde am 09.04.1988 in Paderborn geboren, wo sie heute mit ihrem Partner und ihrer Zwerghamsterdame "Frieda" lebt. Vor ihrer Tätigkeit als Autorin hat sie ein Studium im sozialen Bereich absolivert und beendet.

Ihr Erstlingswerk "Lina - Hoffnung auf Leben" ist Anfang Mai 2014 erschienen.

Ab Herbst begibt sich Emma erneut in ein Studium der Deutschen Literaturwissenschaften.

Emmas Geschichten sind im Bereich der Liebesgeschichten und sozialkritischen Themen zu finden. Aktuell arbeitet sie an einer Fortsetzung zu Lina.


Nun übergebe ich das Wort aber an Emma.

Welche Rolle spielt das Schreiben in meinem Leben?

Im Grunde habe ich angefangen zu schreiben, sobald ich dazu in der Lage war. Selbst zu dem Zeitpunkt, als ich noch nicht so viel schreiben konnte, habe ich zumindest mit schlechten Zeichnungen versucht, die Geschichten in meinem Kopf zu Papier zu bringen. Meine reichliche Fantasie, die mich von jeher begleitet, hat stets versucht, irgendwie zum Ausdruck zu kommen. Da ich schon immer gerne gelesen habe – ein großer Dank geht hier an meine Eltern, die mir das Lesen von Anfang an nahe gebracht haben – und voller Ehrfurcht an die Autoren gedacht habe, die solche Welten auf Papier entstehen lassen, war mein Entschluss, selber zu schreiben, bald gefasst.

Ich war schon immer sehr ausdrucksfreudig, sei es mündlich oder schriftlich. Zunächst schrieb ich viel mit Hand, bis ich durch Zufall die Schreibmaschine meiner Eltern entdeckte – fortan hielt ich unser Haus mit dem lautstarken Geklapper der Tasten auf Trab. Ab da war ich nicht mehr zu bremsen.

Mein erstes Buch schloss ich mit 12 Jahren ab, ich schickte es auch an Verlage – jedoch ohne Resonanz. Demnächst möchte ich diese Kindergeschichte, die sich um das Thema Mobbing und um die erste große Liebe dreht, überarbeiten und bei einer Ausschreibung einreichen.

Ich schrieb immer weiter, aber nur noch für die Schreibtischschublade, da meine Ambitionen, irgendwann einmal zu veröffentlichen, zunächst wieder schwächer wurden. Tagebuch, Aufsätze, kleine Geschichten und Gedichte habe ich immer wieder gerne verfasst und glänzte im Deutschunterricht besonders bei freien, kreativen Aufgaben. Hinzu kam meine Freude daran, Texte für andere Korrektur zu lesen.

Neben Schule und Studium wurde das Schreiben weniger, kam jedoch nie richtig zum Erliegen. Je größer der Stress wurde, desto weniger schaffte ich es, meinem inneren Bedürfnis nachzukommen. Dennoch begann ich während dieser lernintensiven Zeit meine Geschichte von Lina. Woher genau die Inspiration kam, ein Buch über das Leiden missbrauchter Kinder zu schreiben, kann ich heute gar nicht mehr sagen, es war plötzlich da. Die Geschichte von Lina und Eric begleitete mich jedoch fortan überall hin. In meinem Kopf entwickelten sie sich zu eigenständigen Personen, ich lernte sie von Tag zu Tag näher kennen und kam kaum hinterher, all das zu Papier zu bringen, was sich da vor meinem inneren Auge entwickelte. Monatelang schrieb ich, durchsetzt von längeren Pausen, wenn die Szenen des Buches mich selber sehr belasteten. Mein Wunsch, dieses tabuisierte Thema an die Öffentlichkeit zu bringen wurde immer größer. Im Rahmen meiner Arbeit als Sozialarbeiterin habe ich immer wieder mit Menschen zu tun gehabt, die es nicht gerade leicht haben im Leben. Ich konnte – oder musste – in menschliche Abgründe schauen und konnte mich nicht gegen die Einflüsse erwehren, die ihre Geschichten auf mich nahmen. Das fehlende Wissen der Gesellschaft, was bestimmte Problematiken des Lebens angeht – wie zum Beispiel der sexuelle Missbrauch, der durchaus in nach außen hin gesund wirkenden Familien stattfinden kann – erweckte in mir den Wunsch, über ebensolche Themen zu schreiben. Verpackt in Liebesgeschichten, die den Problemen ein wenig die Schärfe nehmen, ohne zu verschönern – das ist mein Ding.

Bedingt durch eine Depression, die im vergangenen Jahr bei mir ausbrach, fand ich endgültig zum Schreiben zurück. Ich gründete meinen Blog www.gedankenschloesser.wordpress.com und begann, Lina in kurzen Episoden hochzuladen. Das viele zustimmende Feedback bekräftige mich darin, Lina nach über vier Jahren Arbeit endlich ganz fertigzustellen und zu veröffentlichen.

Meine Haut ist etwas zu dünn geworden für meinen alten Beruf, doch wahrscheinlich musste die Depression kommen, um mir klar zu machen, dass ich nicht den richtigen Weg gegangen bin – den einzig richtigen für mich. Mittlerweile lese ich für einen kleinen Verlag Korrektur, habe drei fertiggestellte Geschichten, die auf ihre Weiterverarbeitung warten – eine davon liegt bei einem Verlag, die andere nimmt am Wettbewerb des lyx-storyboards teil. Mir winkt ein ebook-Autorenvertrag!

Zurückblickend kann ich einfach nur dankbar sein, dass in der Phase, als es mir gesundheitlich am schlechtesten ging, meine eigentliche Leidenschaft neu erwachte. Ich habe eine neue berufliche Perspektive. Ich habe Unterstützung in meinem Umfeld.

Und ich habe ganz viele Geschichten in meinem Kopf, die geschrieben werden wollen! :)

Ich schreibe unter dem Pseudonym Emma S. Rose, der meinen beiden Großmüttern mütterlicher- und väterlicherseits gedenkt. Zu finden bin ich unter oben genanntem Blog, sowie unter meinem Pseudonym bei Facebook. Ich freue mich immer sehr über Feedback und Austausch mit meinen Lesern und hoffe, dass ich auch euch ein bisschen neugierig gemacht habe!

Ich wünsche euch, dass auch ihr eine Leidenschaft habt, die euch durch euer Leben trägt und die ihr vielleicht sogar zu eurer Berufung machen könnt, denn, glaubt mir, so lebt es sich wesentlich glücklicher!!

Alles Liebe,

eure Emma



Vielen lieben Dank an Emma für diesen sehr interessanten und auch sehr persönlichen Text. Eigentlich bin ich ja bisher gut um diese ganzen sozialkritischen, und realen Schicksalserlebnisse rum gekommen. Nachdem aber Stefan Gemmel in seinem Bericht *klick* über sein Buch "Kathrin spricht mit den Augen" so euphorisch erzählt hat, und nun Emma so von ihrem Erstlingswerk schwärmt bin ich doch am Überlegen, ob diese zwei Bücher es nicht wert sind mal einen Blick hinein zu werfen. Kennt ihr schon eines der Bücher?

Kommentare:

  1. Dadurch wird man echt neugierig auf das Buch!! ;) Was aber schlecht für meine Wunschliste ist...

    Liebe Grüße
    Babs

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    1. Oh ja... Obwohl ich ja gar nicht auf solche Bücher stehe in denen persönliche Schicksalsschläge behandelt werden.

      LG

      Rea

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