Sonntag, 11. August 2013

Lone Ranger

Lone Ranger - Kinostart: 08.08.2013

Von der Karibik in den Wilden WestenDer verfluchte "Lone Ranger"


Von Volker Probst
Zorro reitet wieder. Allerdings heißt er in diesem Fall John Reid alias "Lone Ranger". Kein Western von gestern, sondern der neueste Einfall der "Fluch der Karibik"-Macher. Klar, dass da auch Johnny Depp mit im Sattel sitzt - als Jack Sparrow im Indianerkostüm.
Nein, die Parallelen, die Kritiker zwischen seinen Rollen in "Fluch der Karibik" und "Lone Ranger" ziehen, sähe er eigentlich nicht, erklärte Johnny Depp, als er jüngst in Berlin weilte. "In allen Charakteren steckt etwas von mir", räumte der Schauspieler zwar ein. Aber der Piratenkapitän Jack Sparrow sei doch ein hinterlistiger Draufgänger, während der Indianer Tonto ein eher gutmütiges und passives Wesen habe.






Mag sein. Doch was beide Figuren definitiv eint, ist ihre latent verwirrte, trottelige und tollpatschige Art. Schon in der "Fluch der Karibik"-Reihe übertünchte der Slapstick zunehmend mehr schlecht als recht die Schwächen der ellenlangen, überfrachteten und auf Krawall gebürsteten Handlungsstränge. "Lone Ranger" schippert in dieser Hinsicht durchaus im Kielwasser des Piraten. Oder - mit Blick auf den Western-Hintergrund des Streifens: Er reitet in dessen Windschatten.
Das ist ja an sich auch kein Wunder. Schließlich zeichnet neben Depp auch das Gespann Gore Verbinski und Jerry Bruckheimer für "Lone Ranger" verantwortlich. Und während der Schauspieler vordergründige Ähnlichkeiten in seinen Darstellungen natürlich verneint, versucht der Verleih ebenso selbstverständlich, aus den Übereinstimmungen hinter den Kulissen Kapital zu schlagen: "Vom Regisseur (Verbinski) und Produzenten (Bruckheimer) von Pirates Of The Carribean", steht in großen Lettern auf dem Kinoplakat. Wer Johnny Depp ist, muss man hingegen natürlich niemandem erklären.

Vom Radio auf die Leinwand

Von Zorro, dem maskierten Rächer der Armen, hat man hierzulande schon mal gehört. Aber Obacht: Der "Lone Ranger" sieht zwar ähnlich aus, ist aber eine andere Figur, wenngleich mit vergleichbarer Geschichte. Während Zorro 1919 als literarische Gestalt das Licht der Welt in den USA erblickte, absolvierte der "einsame Ranger" seinen ersten Auftritt 1933 in einer US-Radioshow. Beide Maskenträger im Auftrag der guten Sache machten später auch in Film, Fernsehen und Comics Karriere. Schon kurz nach seinem Debüt stand dem "Lone Ranger" dabei sein indianischer Begleiter Tonto zur Seite. In der US-amerikanischen Heimat kennt das ungleiche Duo beinahe jedes Kind - während seine Popularität in hiesigen Breitengraden bislang doch eher überschaubar geblieben ist.






An den US-amerikanischen Kinokassen hat die Bekanntheit der Figuren dem Streifen allerdings nicht geholfen. Möglicherweise sogar im Gegenteil. Hier geriet "Lone Ranger" zu einem massiven Flop - manche mutmaßen gar bereits, zu dem Flop des laufenden Kinojahres. Es ist geradezu eine Blamage: Trotz Depp, trotz "Fluch der Karibik" und trotz des ganzen Marketingrummels um den Film interessierten sich am Startwochenende weitaus mehr Menschen für das Schicksal der kleinen, gelben Minions in "Ich - Einfach unverbesserlich 2" als für die Story vom maskierten Cowboy und seinem geschminkten Indianer-Kumpel. Und die geht so:
Eigentlich ist John Reid (Armie Hammer) ein unbescholtener Anwalt. Als er mit der neuen Eisenbahn eine Reise zu seinem Bruder Dan (James Badge) und dessen Frau Rebecca (Ruth Wilson) in die texanische Heimat unternimmt, gerät er jedoch ins Visier einer Bande Gesetzloser, die ihren in dem Zug inhaftierten Anführer Butch Cavendish (William Fichtner) befreit. Gemeinsam mit dem neben Cavendish angeketteten Tonto entkommt John den Verbrechern.
Als sich nun Dan mit einer Handvoll getreuer Kopfgeldjäger daranmacht, den flüchtigen Cavendish wieder einzufangen, schließt sich John ihm an. Aber die Gruppe gerät in einen Hinterhalt. Alle Männer sterben - außer John, der von Tonto geborgen und versorgt wird. Wieder bei Kräften, will der "Lone Ranger" die Mörder seines Bruders zur Rechenschaft ziehen. Nicht ganz freiwillig greift er zur Maske. Und auch das Zusammenspiel mit dem offenbar nicht ganz bei Trost seienden Indianer verläuft nicht unbedingt harmonisch. Dabei hat auch Tonto eine Rechnung mit Cavendish offen …

Liebenswert, lahm und lang

Der Film hat durchaus liebenswerte Momente. Etwa die, in denen der gealterte Tonto einem kleinen Jungen rückblickend seine Geschichte mit dem "Lone Ranger" erzählt. Oder die, in denen sich der Indianer mit einem heiligen weißen Pferd anlegt, dessen übersinnliche Entscheidungen ihm nicht so ganz nachvollziehbar erscheinen. Und natürlich hat der Film Johnny Depp.
Doch das reicht leider nicht, um den "Lone Ranger" zu retten. Stattdessen holt der Fluch der Karibik, der schon von Jack Sparrow Besitz ergriffen hat, den Streifen selbst im tiefsten Wilden Westen ein. Über weite Strecken verkommt der Film zu einer lahmen Slapstick-Nummer, die oftmals einfach nicht zünden will. Über einen Indianer, der nicht geradeaus sprechen kann allein kann man sich beim besten Willen keine knapp zweieinhalb Stunden lang beömmeln.






Apropos zweieinhalb Stunden: "Lone Ranger" macht zudem den gleichen Fehler, der in Hollywood nicht nur bei den "Fluch der Karibik"-Fortsetzungen längst in Mode gekommen ist. Jüngste Beispiele für einfach nur noch verflucht lange Filme sind etwa "Der Hobbit", "Django Unchained" oder "Man Of Steel". Wenn die Qualität nicht stimmt, bringt die bloße Quantität dem Zuschauer jedoch auch nicht mehr "value for money".
Stattdessen strapaziert die ausgewalzte Handlung und eine schier nicht enden wollende Verfolgungsjagd auf Schienen zum Finale von "Lone Ranger" schon wirklich arg das Sitzfleisch. Aus dem Feuerwerk, das Depp und Co vermutlich gerne auf der Leinwand abgebrannt hätten, wird am Ende ein schwer verdaulicher Brei aus wild aneinandergeschnittenen Action-Szenen, mehr oder minder gelungenen Gags und lautem Sound-Getöse. Spätestens da wünschte man sich geradezu einen Western von gestern herbei.

Quellentext:  n-tv

Soviel zum Film und der mehrheitlichen (?) Kritik...

Ich persönlich fand Johnny Depp in seiner Rolle als Tonto mal wieder äußerst gelungen. Die Geschichte war gut aufgebaut und man konnte dem Handlungsstrang gut folgen. Ich weiß nicht, nach welchen Kriterien manche Leute ihre Meinung äußern. Auch meine "Kleine", die den Film schon in der Preview sah meinte ich solle mir nicht all zu viel Hoffnung auf einen guten Film machen. Nun gut, somit ging es dann gestern abend in den Film "Lone Ranger" mit natürlich weniger guter Erwartung weil er ja von Anfang an schon "schlecht" gemacht wurde. Ich solle ihn nur nicht mit Fluch der Karibik vergleichen, meinte meine Kleine dann noch, als wir uns am Freitag darüber unterhielten. Ich persönlich finde ja, dass man Johnny Depp und seine Filme nicht wirklich miteinander vergleichen kann. Anders als manch anderer Schauspieler ist er in der Lage nicht nur in einem Genre zu spielen. Seine Rollen, und die Umsetzung dieser Rollen finde ich persönlich so abwechslungsreich wie das Leben selbst. Ich werde diesen Film auf jeden Fall auch auf meine Wunschliste für DVDs setzten.

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